Flamenco

Für viele steht der Flamenco synonym für die Musik Spaniens - dabei wurden dort die leidenschaftlichen und schmerzvollen Klänge lange Zeit ebenso abgelehnt wie ihre Urheber, die "Gitanos" genannten andalusischen Roma. Über Jahrhunderte hinweg wurden sie unterdrückt und verfolgt. Ihre Gefühle von Verzweiflung und Wut, aber auch von überschäumender Lebensfreude, drückten sie zunächst nur im Gesang aus. Erst später gewannen Tanz und Gitarrenbegleitung an Bedeutung.

Sowohl seine Schönheit, seine Attraktivität, sein Kunstwert als auch seine anspruchsvolle Musik und sein Tanz haben bewirkt, dass der Flamenco als eine Volkskunst seine Landesgrenzen weit überschritten hat. Weltweit gibt es heute Flamencoschulen. Leute aus der ganzen Welt kommen nach Südspanien, um den Flamenco als Tanz zu lernen, Musiktheoreriker studieren die Harmonien und sophistische Rhytmen der Musik und Literaturkenner analysieren die Volkspoesie, die in den Liedern dargestellt wird.

In den letzten 30 Jahren gewann der Flamenco-Tanz immer größere Popularität. Die bekanntesten Flamencoschulen in Spanien befinden sich in Madrid, Jerez de la Frontera, Huelva, Granada, Sevilla und Barcelona. In diesen Städten leben die berühmten Tänzer, die als Flamenco-Innovatoren bekannt sind, wie Joaquín Cortés, Belén Maya, Sara Bacan, Farruquito, Tomás de Madrid, Juan Polvillo, Israel Galván, Fernando Galan u.v.a. Die Persönlichkeiten des traditionellen Flamenco - Tanzes sind z.B. Christina Hoyos, Antonio Gades, Merche Esmeralda, Lola Flores (bekannt auch als Sängerin) oder Manuela Carrasco und andere.

Die Struktur des Flamenco

Der gegenwärtige Flamenco besteht aus drei Elementen:

Gesang /spanisch - cante/
Tanz /spanisch - baile/
Gitarrenspiel /spanisch - toque/
Manchmal ist bei dieser Gliederung auch die rhythmische Begleitung /sp. jaleo/ als viertes Element erwähnt.

Baile - Flamenco Tanz

Der Zapateado (Tanztechnik, bei der man abwechselnd mit den Absätzen und Schuhspitzen auftritt) wird für ein wichtiges Element im Flamenco gehalten.
Ursprünglich tanzten ihn nur Männer, weil es beim Aufschlagen von Absatz, Spitze und Sohle des Schuhes viel Kraft brauchte. Außerdem vermutet man, dass die Frauen ihre Beine nicht zeigen durften. Die Frau bewegte früher beim Tanz vor allem Arme und Schulter. Diese Trennung gibt es heute aber fast nicht mehr, trotzdem setzt der weibliche Baile den Akzent immer noch auf den Oberkörper. Bei der Frau vollziehen die Arme wellenförmige, schmeichelnde, fast sinnliche Bewegungen und die gespreizten Finger zeichnen kräuselnde Arabesken. Beim Mann ist das Armspiel nüchtern, streng und die Hände sind geschlossen.
Bei einer Tanzaufführung ist die Gitarre dem Tanz und auch dem Gesang immer untergeordnet.

Die Qualität des Tanzes beurteilt man nach drei Kriterien:
duende, gracia und compás

Duende kann man beschreiben als die Tiefe und Sauberkeit des Gefühlausdrucks oder als die Fähigkeit, bei den Zuschauern ein sehr starkes emotionales Erlebnis zu verursachen.


Gracia beschreibt die Eleganz und die Ästhetik des Tanzes.

Compás heißt in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, während des Tanzes den Rhythmus genau zu behalten. Jeder Tanz im Flamenco hat einen bestimmten Rhythmus, den Tänzer, Sänger und Musiker in ihrer Interpretation einhalten müssen. Die bekanntesten Tänze sind Bulerias, Tangos, Rumba flamenca, Alegrías, Soleá, Seguiriyas, Tarantos, Fandangos, Martinete, Farucca, u.a.

Text: Andrea Narten

Quellen:

www.planet-wissen.de
www.wikipedia.de
http://pasion-flamenco.veuillet.ch/htm/flamenco_geschichte.htm
www.flamencheco.cz